Heilig im ganzen Verhalten

June 2nd, 2010


Heilig im ganzen Verhalten

Sondern so wie derjenige, der euch berufen hat, heilig ist, werdet auch ihr heilig in eurem ganzen Verhalten! (1. Petrus 1, 15)

Nun beginnt der absolute Höhepunkt dieses ersten Kapitels unseres Briefes. Die sechste Konsequenz des Christenlebens ist diese: Genau in derselben Art und Weise, in demselben Grad und Qualität wie Jesus Christus, der uns berufen hat heilig war und ist, sollen wir heilig werden. Es handelt sich hier nicht um eine Feststellung, wie die deutsche Übersetzung etwa andeuten könnte, nein, es ist ein Befehl. Ein Befehl von höchster Stelle: Werdet heilig, wie derjenige, der euch berufen hat! Euer ganzes Verhalten, euer kompletter Lebenswandel soll heilig werden, und zwar so heilig wie derjenige von unserem Herrn Jesus, als Er auf der Erde war und unter uns Menschen lebte. Es ist äußerst wichtig, dass wir zunächst festhalten: Petrus spricht hier vom Verhalten, vom Lebenswandel und nicht irgendwie von etwas undeutlich sichtbares wie das Herz. Es geht in diesem Abschnitt vor allem um das Sichtbare, um das, was andere Menschen an uns sehen und beurteilen können. In den Versen davor hat Petrus auch von weniger gut sichtbaren Dingen gesprochen: von der Hoffnung, vom Gemüt und von der Nüchternheit. Dann kam er zu den sichtbaren Auswirkungen der weniger gut sichtbaren Teilen: Gehorsam auf der einen, Begierde auf der anderen Seite. Nun, zu guter Letzt kommt das absolut Sichtbare, und zwar das, was jeder Mensch an uns erkennen kann. Das Verhalten. Wir haben in den Versen 13 – 15 eine fortwährende Steigerung der Erkennbarkeit: drei innere, eigentlich unsichtbare Haltungen, die sich durch zwei teilweise sichtbare Neigungen feststellen lassen, und je nach unserer Neigung das vollkommen nach außen sichtbare Verhalten bestimmt. Die innere Haltung lässt sich also durch das Verhalten feststellen und beurteilen.

Was ist ein heiliges Verhalten? Ein heiliges Verhalten bedeutet vor allem einmal Hingabe. Hingabe an Gott, die Sein Wort ernst nimmt und nicht hinterfragt, sondern praktisch auslebt. Es ist mit dem Verhalten des gehorsamen Kindes in Vers 14 schon sehr schön beschrieben. Ein gehorsames Kind weiß Gottes weiß, dass es heilig ist. Es lebt so, wie Gott das von ihm möchte, und der Heilige Geist in ihm bezeugt diese Heiligkeit auf vielfache Art und Weise. Er bezeugt es durch das innere Zeugnis und lässt das Kind deshalb Gott seinen Vater nennen. Abba ist das Wort, mit dem die aramäisch sprechenden Kinder ihren Vater ehrfürchtig hochblickend genannt haben. Deshalb tun wir sehr gut daran, Gott nicht mit demselben Wort anzusprechen wie unseren leiblichen Vater, denn unsere Gesellschaft kennt diese Ehrfurcht vor den Eltern längst nicht mehr. Der Heilige Geist bewirkt in uns als gehorsame Kinder Gottes diese notwendige Ehrfurcht und Demut, mit der wir Gott nahen müssen, damit Gott Sich nicht von uns zurückzieht. Dann bewirkt der Heilige Geist auch in uns, dass wir Gottes Willen erkennen und verstehen können. Er zeigt uns unsere Sünden und macht uns bereit zur Buße. Wenn wir einen Tag vor uns hinleben können, ohne dass Gott uns auf unsere Sünden aufmerksam macht, tun wir gut daran, zu überlegen, ob wir uns Gott wirklich in Demut nähern oder Ihn durch unsere Hochmut und Überheblichkeit zum Schweigen bringen. Er zeigt uns aber auch auf, wo wir unseren Mitmenschen helfen können und sollen. Doch Er zeigt uns auch, dass wir ein gehorsames Kind Gottes sind, wenn wir die Menschen dazu bringen, sich zu entscheiden. Und zwar manche mit uns für Gottes Reich, und manche gegen uns und gegen Gottes Reich. Wir sollen zwar keinesfalls diese Konfrontation suchen, sie kommt von allein, wenn wir gehorsame Kinder Gottes sind. Und das soll uns nicht erschrecken, sondern vielmehr ermutigen, indem es uns darauf hinweist, dass Gottes Geist durch uns wirkt. Der Widerstand ist von geistlicher Art und muss deshalb auch so verstanden werden. Er richtet sich gegen Gott, der uns als Seine Diener berufen hat. Wann hast du zum letzten Mal erlebt, dass dein Verhalten eine solche Unterscheidung gemacht haben?

 

 

1. Petrus 1, 15

Gehorsame Kinder Gottes

May 31st, 2010


Gehorsame Kinder Gottes

Wie gehorsame Kinder, indem ihr nicht wieder zu den früheren Begierden geht, die ihr in der Zeit der Unwissenheit hattet. (1. Petrus 1, 14)

Nun beschäftigt sich Petrus Schritt für Schritt mit den Konsequenzen, die das Leben als Christen mit sich bringen. Im Vers davor begann er damit und zählte die ersten drei Konsequenzen auf: Erstens sollen wir unsere Seele umgürten und so den Verstand und die Gefühle durch Gottes Wahrheit in den Griff bekommen. Zweitens sollen wir nüchtern bleiben und uns weder der Angst noch der Überheblichkeit hingeben. Drittens sollen wir unsere ganze Hoffnung voll und ganz auf die Gnade setzen, die wir in Jesus Christus sehen und im Glauben ergreifen können. In unserem Vers zählt Petrus zwei weitere Konsequenzen auf, eine positive und eine negative: Viertens sollen wir zu gehorsamen Kinder Gottes werden und fünftens uns fernhalten von den früheren Begierden. Diese beiden hängen eng miteinander zusammen und weisen doch grundlegende Unterschiede auf. Ein gehorsames Kind Gottes lässt sich von seinem Vater immer vorwärts leiten und sieht nicht zurück. Es erkennt, dass jeder Schritt vorwärts immer näher zur Herrlichkeit Gottes führt und hat Freude am Voranschreiten. Es vertraut dem Vater, und weiß, dass Er alles in der Hand hat und dass Er es niemals fallen lässt. Dieses Vertrauen ist jedem Kind eigen, dem es noch nicht enttäuscht wurde. Und Gott enttäuscht uns nie. Wenn wir Ihm also nicht dieses gehorsame Vertrauen entgegenbringen, müssen wir den Grund bei uns suchen. Gott enttäuscht uns nie, sondern wünscht Sich vielmehr noch, dass wir Ihm vertrauen. Petrus hat uns im Beginn seines Briefes schon so viele Gründe gegeben, weshalb wir Gott als gehorsame Kinder vertrauen können und sollen: Es war Gott, der uns erwählt hat in ewiger und unveränderlicher Erwählung, Er hat uns erlöst, Er hat uns wirksam berufen, Er hat uns den Heiligen Geist gegeben, der unsere Heiligung bewirkt. Er hat dafür gesorgt, dass wir unser Leben lang ausharren werden im Glauben. Er hat dafür gesorgt, dass auch die Probleme in unserem Leben nicht zur Enttäuschung sondern zum Nutzen und Segen werden. Ein gehorsames Kind Gottes fragt nach dem Willen Gottes für sein Leben – und zwar in jeder Hinsicht. In jeder Frage, mit jedem Problem, mit dem es konfrontiert wird, fragt es: Wie möchtest Du, Vater, dass ich es lösen soll? Dann geht es zur richtigen Quelle für all diese Antworten, zur Bibel. Es erwartet sich die Antworten von da, ist aber auch bereit, auf andere Art und Weise vom himmlischen Vater Wegweisung zu bekommen: Durch eine Vision, einen Traum, eine Stimme von Gott, die Stimme lieber Geschwister im Herrn oder auch einfach durch eine Situation oder eine Begegnung im täglichen Leben. Bei allem, was es erlebt, sieht, hört, fragt es: Was willst Du, mein Vater, mir damit sagen?

Es geht aber andererseits auch nicht zum Vergangenen zurück. Es trauert nicht den vergangenen vermeintlichen Freiheiten nach, denn es weiß: Als ich noch frei war von der Gerechtigkeit, da war ich unter das Gesetz versklavt, denn es gibt keine absolute Freiheit, in der ich wirklich tun und lassen kann. Ohne Gott kann ich nur das tun, was dem Satan gefällt. Das Kind lässt sich auch nicht von der ehemaligen Begierde der Selbstbestimmung treiben, sondern es stellt seine eigenen Wünsche hinten an und tut, was das Beste ist für seine Mitmenschen. Es weiß: Wenn ich an erster Stelle Gott habe, an zweiter meine Mitmenschen und an dritter dann erst mich selbst, dann wird der himmlische Vater dafür sorgen, dass mir an nichts mangelt. Es will nicht wie ein frisch gewaschenes Schwein sein, das sich gleich wieder in seinem eigenen Kot wälzt. Deshalb fragt es sich auch nicht, wieviel es denn selbst getan hat, um erlöst zu werden, denn es weiß: Alle Erlösung kommt vom ersten bis zum letzten Schritt in meinem Leben von Gott und nur von Gott allein. So lasst uns auf den Herrn Jesus blicken, und nur auf Ihn allein. Denn nur Er kann uns geben, was wir brauchen. Nur von Ihm kommt Gehorsam, nur Er kann uns dazu befähigen, ein Kind Gottes zu sein. Und wenn wir Ihm nachfolgen, so wird Er zu jeder Zeit das Seine hinzufügen, so dass es zu unserem Besten wirkt.

 

 1. Petrus 1, 14

Umgürtet die Lenden eures Gemüts

May 18th, 2010


Umgürtet die Lenden eures Gemüts

Deshalb umgürtet die Lenden eures Gemüts, seid nüchtern und hoffet vollends auf die Gnade, die euch in der Offenbarung Jesu Christi dargereicht wird. (1. Petrus 1, 13)

Petrus kommt nun zu den Konsequenzen, die sich aus dem bisher Gesagten ergeben: Gott hat uns erwählt, Er heiligt uns und bewahrt uns in Seiner Allmacht und Souveränität. Er hat uns als Gläubige im Zeitalter der Gemeinde mit ganz besonderen Vorrechten ausgestattet, nämlich dass wir wissen, wann und auf welche Art der Herr Jesus für uns gelitten hat, gestorben und auferstanden ist, und dass Er wiederkommen wird. Wir haben die vollständige, unveränderliche Zusage Gottes in Seinem Wort. Und aus diesem Grund sollen wir unseren Verstand umgürten. In der Zeit, als Petrus diesen Brief geschrieben hatte, trug noch niemand Hosen. Jeder hatte ein langes Gewand, und wenn man es sich wo gemütlich machen wollte und sich hinsetzen, dann löste man den Gürtel und das Gewand fiel bodenlang bis über die Füße. Doch sobald man sich bereit machen wollte zum Aufbruch, musste der Gürtel sitzen. Auch besonders im Kriegsfall konnte es sich niemand leisten, den Gürtel geöffnet zu halten und sich gemütlich irgendwo niederlassen. Jeder musste in jedem Moment bereit sein zum Handeln, sei es zum Angriff oder zur Flucht. Niemand konnte sich mit geöffnetem Gürtel hinsetzen oder -legen. Da hieß es: Allzeit bereit! Genau dies will Petrus uns hier auch sagen: Seid jederzeit bereit zum Handeln! Als Christen sind wir zwar in dieser Welt aber nicht von dieser Welt. Wir sind Fremdlinge, Pilger auf der Durchreise ins verheißene Land: Das ewige Leben. So geht es Tag für Tag vorwärts, Schritt für Schritt dem Ziel entgegen. Wir können es uns niemals leisten, untätig und faul zu werden. Denn unser Feind, der nicht Fleisch und Blut ist, sondern der Fürst der Finsternis, ist wie ein hungriger Löwe, der auf der Lauer sitzt, wen er reißen könne. In Eph. 6, 14 beschreibt Paulus den Gürtel, mit dem wir umgürtet sein sollen. Der Gürtel ist die Wahrheit. Und zwar nicht irgend eine Wahrheit, sondern die göttliche Wahrheit. Diejenige, die wir in der Schrift, in Gottes Wort, vorfinden. Gottes Wahrheit über Sich Selbst, über uns, über die Welt, über unseren Todfeind, den Teufel. All dies dient uns als Gürtel, der uns hilft, dass wir nicht stolpern und hinfallen. Jedes Mal, wenn wir hinfallen, möge dies uns als Ansporn dienen, dass wir uns noch mehr mit Gottes Wahrheit befassen sollen. Das Wort, das ich hier mit „Gemüt“ übersetzt habe, meint eigentlich die Seele des Menschen. Sie besteht aus Verstand, Willen und Gefühlen. Verstand und Gefühle sind die Angriffsflächen, die der Satan nutzt, um uns anzugreifen. Meist greift er uns in der Fläche an, auf die wir uns lieber verlassen, denn damit geben wir ihm Zugriff auf den Willen. Wer sich also eher als Gefühlsmensch sieht, sollte umso mehr auf die Gefühle achten, und umgekehrt genauso! Je mehr wir von Gott wissen, desto größer ist auch die Verantwortung, die wir haben. Unser Wissen von Gott ist Macht, aber viel mehr noch ist es unsere Aufgabe die Verantwortung für unser Leben und das unserer Geschwister im Herrn zu übernehmen. Wo Unwissenheit herrscht, hält Gott den Satan enger an der Kette und lässt ihn nicht so viel tun. Bei uns aber, die wir Gott doch gut kennen, Sein Wort haben und dennoch oft lieber den Gürtel ablegen und es uns gemütlich machen, da gebraucht der Herr Seinen „Kettenhund“ in dessen Zorn, um uns wachzurütteln.

Es ist wichtig, dass wir nach allen Seiten hin nüchtern bleiben. Dass wir uns weder von Angst und Furcht untätig machen lassen, noch von Hochmut und Selbstvertrauen trunken dahintorkeln. Der stärkste Wein ist ein Ego, das sich in den Mittelpunkt rückt. Wer sich diesem einmal hingegeben hat, ist auf einem sehr gefährlichen Weg. Sobald wir denken, dass wir zu irgend etwas aus eigener Kraft fähig sind, lauert Gefahr. Alles, was wir tun können, können wir nur durch die Kraft der Gnade, die Gott uns schenkt. Ohne diese sind wir unfähig, auch nur irgend etwas Gutes zu tun. Ohne sie können wir nur sündigen und uns von Gott abwenden. Es ist die göttliche Kraft der Gnade, die uns auf dem richtigen Weg zu halten vermag. Wer sich selbst lobt und denkt: ich habe mich für Gott entschieden, steht auf Glatteis und wird unweigerlich zu Fall kommen. Dagegen ist die beste Medizin, wenn wir für alles, was wir haben und tun können, Gott danken und Ihm allein dafür Lob und Ehre geben. Deshalb ist diese Gnade auch das einzige, auf das wir unsere Hoffnung setzen sollen. Nur sie allein ist fähig, uns in Gottes Gegenwart zu erhalten. Es ist Gnade und nichts als Gnade, dass wir Ihn finden durften. Wenn wir unter dem Wort sitzen, das ein begabter Evangelist predigt, so wird doch dem einen diese Gnade geschenkt, dem andere hingegen bleibt sie versagt. Dies ist einzig und allein Gottes souveränem Handeln zuzuschreiben. Niemand kann sagen, dass er auch nur einen minimalen Teil an seiner Errettung beitragen kann. Von der Erwählung bis zur Verherrlichung im ewigen Leben ist alles Gottes Gnade allein. Nur sie kann uns wahrhaft Hoffnung schenken. Wenn wir unser eigenes unbeständiges Wesen betrachten, so sehen wir, dass wir niemals an Gott festhalten können, wenn nicht Er es ist, der uns festhält. So spricht der Herr Jesus: Wer in Mir bleibt und Ich in ihm, bringt reiche Frucht, denn ohne Mich (getrennt von Mir) könnt ihr NICHTS tun. Ohne Ihn können wir weder irgend eine gute Frucht bringen noch an ihn bleiben. Denn wir sehen auch, dass eine Weinrebe sich niemals aus eigener Kraft am Weinstock festhalten kann. Es ist der Weinstock, der die Rebe trägt und sie mit den nötigen Kraftstoffen versorgt, damit sie nicht verdorrt und abfällt. Dieser Kraftstoff, der uns als Leib Christi untereinander und mit Ihm, dem Haupt, verbindet, das ist der Heilige Geist. Er vermittelt uns jede einzelne Gnade und zugleich auch die Kraft, um als Rebe am Weinstock zu bleiben. Deshalb: Lasst uns mit umgürtetem Gemüt auf die ewige Gnade Gottes hoffen, die wir sehen können in der Liebe des Herrn Jesus zu uns und die wir ganz praktisch jeden Tag durch die Gemeinschaft im Heiligen Geist erleben.

 

 1. Petrus 1, 13

Sogar den Engeln verborgen

May 17th, 2010


Sogar den Engeln verborgen!

Diesen wurde geoffenbart, dass sie nicht sich selbst, sondern euch dienten mit dem, was euch nun verkündigt worden ist durch diejenigen, die euch im Heiligen Geist, der vom Himmel gesandt worden war, das Evangelium verkündet haben, wohinein Engel hineinzuschauen begehren.  (1. Petrus 1, 12)

Nun wird es noch spannender: Die Dinge nämlich, welche den Propheten noch nicht offenbart wurden, nämlich die Art und die Zeit des Leidens und der Verherrlichung des Messias, waren bis zu dem Moment, in welchem es geschah, noch nicht einmal den Engeln bekannt. Vielmehr mussten auch sie sich damit begnügen, zu erfahren, dass die Prophetien über das Leiden, das Sterben, die Auferstehung und die Verherrlichung des Herr Jesus nicht für ihre eigene Generation dienen sollte, sondern der späteren. Natürlich gaben diese Prophetien auch den damaligen Generationen der Propheten Hoffnung und Geduld, aber die vollkommene Auswirkung dieser Prophetien sollte erst den Generationen mit und nach dem Herrn Jesus zu Gute kommen. Also noch einmal: Die Prophetien über das Leiden, Sterben und die Verherrlichung des Herrn Jesus dienen in erster Linie der Gemeinde und erst in zweiter Linie den Juden, die zur Zeit der Propheten gelebt haben. So sollen wir auch wieder viel mehr das Alte Testament, das Gesetz, die Schriften und die Propheten lesen und auf den Herrn Jesus hin verstehen und auslegen. Dies hilft uns sehr viel gerade beim Verstehen des Matthäus- aber auch der anderen Evangelien, der Paulus- und des Hebräerbriefes. Die Schriften des Alten Testaments sind so sehr ein Geschenk Gottes an die Gemeinde wie diejenigen des Neuen Testaments. Die Verheißungen an alle Menschen im Alten Testament gehören genauso jedem Einzelnen von uns wie den Juden. Also, nimm, was der Herr dir bereitgestellt hat, nimm es und nimm es in Anspruch, es ist dein! Eigne dir an, was Er dir schenken möchte und in der Bibel auf dem Silbertablett serviert!

Nun sehen wir, dass sogar den Engeln verborgen war, was wir heute wissen dürfen. Sie waren alle begierig danach, diese Dinge zu erfahren. Das Wort „hineinschauen“ übersetzt man besser mit „sich niederbeugen oder niederknien um etwas erkennen zu können“. Auch die Engel haben sehr danach verlangt, diese Offenbarung zu erhalten, doch aus weisem Ratschluss hat Gott diese Offenbarung zurückgehalten und erst zu der bestimmten Zeit, als der Herr Jesus auf der Erde war, auch ihnen gezeigt. Warum Gott dies so beschlossen hat, wollen wir nun betrachten.

1. Gott wollte uns zeigen, welche Stellung Seine Engel haben. Sie sind schließlich „nur“ dienstbare Geister, die geschaffen sind, um uns, den Heiligen Gottes, nach Seinem Wohlgefallen zu dienen. Auch wenn sie in vielen Dingen bedeutend höheres Wissen haben als wir, so wissen sie doch in den Dingen der Erlösung nicht mehr. Dies wird durch die Aussage des Paulus bestätigt, dass wir einst die Engel richten werden. Beide Aussagen sollen auch dazu führen, dass wir – wenn wir von einem Engel sichtbare Hilfe bekommen – nicht diesen, sondern Gott anbeten sollen.

2. Gott hat in Seinem Ratschluss beschlossen, dass der Herr Jesus vom Satan (der ja auch ein Engel ist) und von dessen Dämonen versucht werden soll, um durch die Leiden und Versuchungen im Gehorsam zu wachsen (Hebr. 5, 8). Wenn nun der Satan gewusst hätte, was Gott plant, so hätte er wohl den Herrn Jesus nicht mehr in diesem Maße versucht.

3. Gott wollte uns zeigen, dass Er Sich ganz besonders um die Gemeinde sorgt. Sie sollte alle die großen Offenbarungen bekommen. Das führt uns wiederum zur Dankbarkeit, wenn wir erkennen: Gott schenkt uns in ganz besonderer Weise Seine Gnade und lässt uns Seine Geheimnisse wissen.

 

1. Petrus 1, 12

So viel wussten bereits die Propheten

May 14th, 2010


So viel wussten bereits die Propheten

Sie forschten danach, auf welche Art oder welche Zeit der Geist Christi in ihnen hinwies, der die für Christus bestimmten Leiden und die darauffolgende Verherrlichung zuvor bezeugte.

(1. Petrus 1, 11)

Zunächst ist es spannend, festzuhalten, dass es der Geist Christi in ihnen war, der ihnen ihre Offenbarungen eingab. Da sehen wir die Kontinuität vom Alten zum Neuen Testament. Der Geist Christi ist derselbe Geist Gottes durch alle Zeiten hindurch: Er war es, der auf den Wassern schwebte, als die Erde erschaffen wurde mit allem auf ihr. Er war es, der den Propheten eingab, was sie in Gottes Namen sagen sollten. Er war es, der dem Herrn Jesus Christus die Macht gab, Wunder zu wirken und Menschen wirksam zu berufen. Und er ist es auch, der uns heute die Augen öffnet für die Wahrheit der ganzen Heiligen Schrift. Ohne sein Wirken sind wir alle machtlos, kraftlos und zu nichts Gutem fähig. Ohne ihn können wir nur sündigen und noch weiter in den Sumpf der Sünde einsinken. Wir brauchen seine Kraft und Fähigkeit, um überhaupt irgend etwas tun zu können, was Gott gefällt. Wer an diesem Wirken des Heiligen Geistes keinen Anteil hat, kann niemals Gottes Kind sein. Gott ist immer derselbe geblieben, der Gott, der die Himmel und die Erde geschaffen hat, der Menschen wie Henoch, Noach, Abram, Mose, Josua, Gideon, David, Josia, Jesaja und viele mehr berufen und beauftragt hat, ist durch alle Zeiten hindurch derselbe geblieben. ER wird auch in alle Zukunft ein- und derselbe bleiben. Dies ist ein sehr großer Trost, eine Hoffnung, die wir haben.

Sie alle, also die Propheten, wussten, dass der Messias, den sie verkündigten, leiden muss und danach verherrlicht werden soll. Wenn wir zum Beispiel die Psalmen Davids lesen oder den Propheten Jesaja, so wird immer wieder von Neuem deutlich, wie viel diese Propheten gewusst haben mussten von dem, was mit dem Herrn Jesus noch geschehen sollte. Sie schreiben prophetisch von dem Leiden, von den Schmerzen, von dem Kreuzestod, aber auch von der nachfolgenden Verherrlichung Jesu. Da sie von Gott so viele spannende und überhaupt lebenswichtige Informationen bekommen hatten, wollten sie natürlich auch noch mehr wissen. Sie waren interessiert, wann der Messias kommen soll. Sie wollten wissen, wann der Herr Jesus in die Welt kommen wird und uns die Erlösung vollbringen. Ebenso hätten sie gerne gewusst, wie das Ganze ablaufen soll. Wann und wie der Herr Jesus dann auch verherrlicht werden wird und wieder in die Himmel aufgenommen. So sehen wir erneut, welch ein Vorrecht es ist, dass wir in der jetzigen Zeit leben. Nicht nur, dass wir jetzt wissen, wie die Erlösung abgelaufen ist und wie jede einzelne „Rechnung“ Gottes genau bis ins klitzekleine Detail aufgegangen ist, sondern auch dass der Herr Jesus nach Seiner Auferstehung und Himmelfahrt den Heiligen Geist in einer neuen Art und Weise gesandt hat. Nämlich so, dass jeder Gläubige Ihn empfangen und jeder, der möchte, in Ihm getauft werden kann.

Wir haben wirklich jeden Grund, Gott zu danken. Jede Segnung, jede Fähigkeit, jedes Vermögen, das wir haben, kommt einzig und allein von Ihm. Es gibt nichts auf dieser Welt und in den Himmeln was wir uns verdienen könnten. Es ist alles reine, pure Gnade was wir sind und haben. Jeder Gedanke, den wir denken können, ist ein Geschenk Gottes. Jeder Atemzug, in dem wir unser Leben genießen können, ist ein ebensolches Geschenk. Danket dem Herrn, denn Er ist freundlich und Seine Güte währet ewiglich! Amen.

 

 1. Petrus 1, 11

Die Sehnsucht der Propheten

April 29th, 2010


Die Sehnsucht der Propheten

Nach dieser Errettung suchten und forschten Propheten, welche über diese euch wiederfahrende Gnade prophezeit hatten. (1. Petrus 1, 10)

Diese Errettung der Seele ist etwas, was erst in der Zeit des Neuen Testaments wirklich aufgezeigt werden konnte. Viele Propheten haben über die kommende Errettung prophezeit, die kommen wird, wenn der Messias da ist. Ganz Israel wartete auf seinen Erlöser. Aber als Er da war, erkannten Ihn nur sehr wenige. Viele Propheten, angefangen spätestens bei Mose, haben eine ganze Menge Dinge prophezeit über den kommenden Messias.Von Mose bis Maleachi sind rund 1200 Jahre Prophetie über den Messias. Mit größter Wahrscheinlichkeit hat dieses Zeitalter der alttestamentlichen Prophetie schon viel früher begonnen. Adam, Henoch, Noach, Abraham, Joseph und viele mehr werden von der kommenden Rettung gewusst und wohl auch weitererzählt haben. Sie alle wünschten sich, zu erfahren, wann dies geschehen solle und wie es im Einzelnen aussehen wird.

Wir dürfen nie denken, dass ein Prophet nur gerade das, was wir in der Bibel von ihm lesen, von Gott als Prophetie bekommen habe. Das wäre eine falsche, schändliche Verkürzung ihres Dienstes. Auch gab es viele Propheten, von denen wir weder Namen noch Prophetien überliefert haben. In der Königszeit gab es ganze Prophetenschulen, also Zusammenschlüsse von jungen Propheten mit einem Prophetenlehrmeister, der sie immer tiefer in die Erkenntnis Gottes hineinführen sollte. Sie wussten viel von Gott, was wir nie in der Bibel lesen. Und weshalb? Weil es für uns nicht von Relevanz ist. Nicht alles, was Gott jemals zu einzelnen Menschen, Gemeinden oder Diensten sagt, ist immer gleich für alle gültig. So berief Gott durch den Heiligen Geist Paulus und Barnabas als Evangelisten (Apg. 13, 2), was aber nicht bedeutet, dass deshalb nun jeder Gläubige in den Beruf des Evangelisten einsteigen soll. Wir sehen also, dass nicht zwingend alles Reden Gottes für uns heute wichtig ist. Gott hat aber Selbst dafür gesorgt, dass alles, was wichtig ist, in die Schriften der Bibel aufgenommen wird.

So gab es also Propheten, welche von der Errettung prophezeit haben. Sie waren wohl alle neugierig, wann und wie das geschehen wird. Sie haben mit großer Sorgfalt und riesigem Eifer herauszufinden versucht, wann sich das ereignen soll. Sie haben Gott gesucht, Ihn bestürmt und gebeten, ihnen mehr zu sagen. Wie wir noch sehen werden, konnten nicht einmal die Engel dies erfahren, bevor es geschehen war. Erst dadurch, dass die Erlösung geschehen war, konnten die Engel sehen, wie groß Gottes Liebe ist. Ein Grund mehr für sie, Gott anzubeten.

Ich glaube, dass Petrus uns in diesem Vers zeigen möchte, welch großes Vorrecht wir haben, da wir jetzt, in dieser Zeit, leben. Man hört oft Klagen von Christen, dass wir in einer besonders schweren Zeit, einer Zeit von Glaubensabfall, Verwässerung des Evangeliums, Irrlehren leben. Das stimmt, war aber früher nicht anders und nicht besser. Doch wir sollten uns nicht beklagen, sondern dankbar sein, dass wir genau in der jetzigen Zeit leben dürfen. Wir leben in der Zeit der Menschheit, in der wir am meisten wissen dürfen, in der wir Gott am besten kennenlernen können. In keiner anderen Zeit gab es so viele Biographien von Menschen, die Großes mit Gott erlebten. In keiner anderen Zeit gab es so viele Bücher und Predigtbände, die uns auf all das hinweisen, was Gott für uns getan hat. All dies sind Hilfsmittel, die uns dienen sollen, Gott Selbst näher und besser kennenzulernen. Doch dürfen diese Hilfsmittel nie zu unserem Gott werden. Sie tun dies, sobald wir eher Hilfsmittel gebrauchen, als Gottes Angesicht, Ihn Selbst, zu suchen. Ein jegliches Hilfsmittel ist gut, aber es darf nicht missbraucht werden. Ein Predigtband, eine Fernsehpredigt oder eine Audiopredigt im Internet oder ab CD kann unter der Woche eine Hilfe sein, um uns an das zu erinnern, was wir tun sollen. Aber sobald wir sie an die Stelle der Sonntagspredigt in der Gemeinde setzen, missbrauchen wir das Hilfsmittel.

 

1. Petrus 1, 10

Befreites Herz

April 9th, 2010


Befreites Herz

Das Herz - ein Schrei nach Blut, nach Wunden
Nach Qual, nach Schmerz, nach Seelenpein
Mit Stahl ans Schattenreich gebunden
Ins Fleisch der Ketten Kraft dringt ein.

Das Herz, voll Durst nach Macht und Wissen
Voll Hunger nach Befehlsgewalt
Möcht die Ehre nicht mehr missen
Doch innen drin der Kälte kalt.

Das Herz, belebt von dunklen Schatten
Belebt von Finsternis und Nacht
Des Herzens Augen nun ermatten
Zu lange nichts ans Licht gebracht.

Das Herz - ein Schwert durchtrennt die Ketten
Ein helles Licht durchströmt das Herz
Durchflutet alle dunklen Stätten
Heilt des Finstern heissen Schmerz.

Das Herz - entflammt in neuer Liebe
Befreit von allen Schmerzen sacht
Geheilt der Striemen aller Hiebe
Durch das Wort „Es ist vollbracht!“

05. 01. 2007; Jonas Erne

Befreites Herz

Das Endziel des Glaubens

April 8th, 2010


Das Endziel des Glaubens

Während ihr das Endziel eures Glaubens davontragt, die Errettung der Seelen. (1. Petrus 1, 9)

Wir sehen, dass Petrus zuerst auf die Gewissheit einging, die wir als Gläubige haben dürfen. Er schreibt, dass Gott Selbst die Aufgabe übernommen hat, uns wiederzugebären, uns den Glauben zu schenken, der uns rettet, unsere Strafe bezahlt, aber auch Selbst dafür sorgt, dass wir nicht nur gerettet werden, sondern unser Leben lang in Ihm bleiben. Petrus will uns klar machen, dass wir nicht einfach hier sind, um zu leben, oder um ein schönes Leben zu haben oder glücklich zu sein. Nein, es gibt ein höheres Ziel, das wir erreichen sollen. Und Gott hat den Weg zubereitet, den wir gehen sollen, um dieses Ziel zu erreichen. Wenn ich mit einer Wanderkarte unterwegs bin, die Karte regelmäßig konsultiere, aber mich nicht an ihre Anweisungen halte, so würde mich jedr mit vollem Recht auslachen und wohl etwas unschön betiteln. Aber viele Christen gehen mit der Wanderkarte des Christenlebens genau so um: Sie wissen genau und gut, wo es langgeht. Sie kennen den Weg. Sie kennen ihren Bergführer. Aber sie halten sich weder an die Anweisungen dieses Bergführers, noch an diejenigen der Wanderkarte. Sie verlassen lieber die Wege und versuchen, indem sie ungefähr die richtige Richtung anpeilen, das Ziel „zufällig“ zu finden. Und dann wundern sie sich, warum sie plötzlich vor einer hohen Felswand, einem tiefen Abgrund oder in einem gefährlichen Sumpfgebiet der Sünde stehen.

Der Weg zum Ziel ist der Weg des Glaubens. Er ist kein einfacher Weg. Es ist ein Weg, der alles kostet. Aber es ist der einzige Weg, der sicher zum Ziel führt. Wie sieht der Weg des Glaubens aus? Glauben bedeutet immer in Abhängigkeit zu sein. Glauben bedeutet: Was ich zu bieten habe, ist wertlos. Nur was ER mir bieten kann, hat tatsächlich Wert. Wer immer versucht, seine eigene, selbstgemachte Glaubenskultur zu leben, betritt einen gefährlichen Weg: Er ist wie Nadab und Abihu, die falsches Feuer (ihre falsche Frömmigkeit) in die Stiftshütte brachten. Was geschah da? Gott sandte Feuer, das sie sofort verbrannte. Ihre falsche Glaubenskultur hat sie zum Tode verurteilt. Gott will nicht, dass wir unsere eigenen Werke als fromme Opfer darbringen. Nur das, was ER geheiligt hat, darf geopfert werden. Wir müssen also all das, was wir Gott von Natur aus bringen würden, nämlich unsere Taten, guten Gedanken, schönen Gefühle, erst mal eintauschen gegen das, was Gott von uns möchte: Ich gebe Gott meine Träume ab und lasse mir dafür Gottes Wünsche und Träume für mein Leben schenken. Ich gebe Gott meine Gefühle ab und bitte Ihn, mir zu zeigen, wie Er fühlt. Wie traurig Er über den Zustand dieser Welt ist, aber auch, wie sehr Er Sich über jeden Sünder freut, der Buße tut und zu Ihm umkehrt.

Wenn wir dies tun, so bekommen wir eine immer tiefere Gewissheit der Wahrheit: so tragen wir das Ziel unseres Glaubens davon, die Errettung der Seelen. Aus dem Zusammenhang müssen wir entnehmen, dass es sich in erster Linie mal um die Errettung unserer eigenen Seele geht. Diese ist nicht nur ein einmaliges Geschehen, sie geschieht jeden Tag ein Stückchen mehr. Als Erwählte Gottes sind wir zwar ein für alle Mal gerettet und werden bewahrt, und zwar als ganzer Mensch, der Leib, Seele und Geist umfasst (1. Thess. 5, 23 – 24). Dennoch gibt es für unsere Seele viele schädliche Einflüsse, aus denen sie Tag für Tag gerettet und bewahrt werden muss. Da wäre zunächst einmal ein Unkraut namens Stolz. Dieses streut der Satan jeden Tag in unser Herz hinein. Das Herz ist der Sitz der Seele laut der Schrift. Dort versucht es, Wurzeln zu schlagen. Ebenso die Bitterkeit und Unversöhnlichkeit. Dann der Ehrgeiz, der uns davon abhält, uns von Gott ganz abhängig zu machen. Dann kommen noch viele Lügen, die der Satan ebenfalls mit großer Freude und Beharrlichkeit in unsere Seele hineinstreut. Zum Beispiel: „Dich kann Gott nicht gebrauchen“. Was tut ein guter Gärtner mit solchem Unkraut? Raus damit! Und dann füllt er die Lücke mit guten Pflanzen, damit da kein Unkraut wachsen kann: „Es steht geschrieben in Eph. 2, 10, dass Gott viele gute Werke vorbereitet hat, die ich tun soll. ER will mich gebrauchen.“ Amen!

 

 1. Petrus 1, 9

Unaussprechliche Freude

April 5th, 2010

Unaussprechliche Freude

 

 

Diesen liebt ihr, obwohl ihr ihn nicht gesehen habt, an welchen ihr gläubig seid, obwohl ihr ihn nicht seht, aber an ihm werdet ihr euch erfreuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude. (1. Petrus 1, 8 )

 

 

Es ist spannend, zu sehen, wie Petrus hier die drei verschiedenen Zeitformen gebraucht. Zunächst kommt die Vergangenheit: Obwohl ihr ihn bisher noch nicht mit eigenen Augen gesehen habt, liebt ihr ihn trotzdem. Ja, Petrus muss jetzt wohl auf das Bezug nehmen, was wir mit dem Herrn Jesus bisher erlebt haben: Er hat uns errettet, Er hat uns aus der Finsternis herausgerissen und an himmlische Örter versetzt. Er ist unser Heil und Er hat uns auf die Erde Seinen Heiligen Geist gegeben, damit dieser unseren Dienst für den Herrn unterstützt. Die Wiedergeburt und die Taufe mit dem Heiligen Geist sind die zwei Erlebnisse, für die wir auf jeden Fall Grund genug haben, den Herrn Jesus zu lieben und zu ehren. Noch haben wir Ihn, unseren Herrn, nicht mit eigenen Augen gesehen. Doch hat uns das bisherige Leben genügend Gelegenheiten gegeben, um Ihn als Den zu erkennen, der für uns da ist, für uns sorgt, uns nie allein lässt.

 

Wenn wir dies sehen, wird uns klar, woher die unaussprechliche und herrliche Freude kommt. Es ist dies die Freude im Heiligen Geist. Im Brief an die Gemeinde Roms schreibt Paulus, dass der Heilige Geist, da wir nicht wissen, wie wir beten sollen, mit unaussprechlichen Seufzern vertritt. (Röm. 8, 26). Es geht hier um das Beten im Heiligen Geist, auch Beten in neuen Sprachen oder Zungenreden genannt. Zum ersten Mal im Neuen Testament finden wir dies in Apostelgeschichte 2, in den Versen 13 – 21. Die 120 übriggebliebenen Jesusnachfolger redeten in Sprachen, die der Geist ihnen gab auszusprechen. Das war an und für sich zwar etwas ungewöhnliches, da man sie als einfache Fischer, Zöllner, etc. erkannte. Aber dies allein war noch kein Grund, ihnen Trunkenheit vorzuwerfen. Das waren alles Sprachen von Touristen, die zu Pessach nach Jerusalem gekommen waren. Auch die Bewohner Jerusalems hatten sich seit Jahrzehnten an diese Sprachen gewöhnen können. Was sie anscheinend noch viel mehr erstaunte, war die Fröhlichkeit und der Mut, den sie hatten. Sie dachten: Diese Männer müssen sich betrunken haben, denn ihre Hemmschwelle ist sehr weit heruntergesetzt. Schließlich sind das ja die Gefolgsleute von diesem Verbrecher, den wir gekreuzigt haben.

 

Im Brief an die Gemeinde zu Ephesus schrieb Paulus deshalb auch: „Betrinkt euch nicht mit Wein, worin Unheil ist, sondern lasst euch vom Heiligen Geist erfüllen, indem ihr zusammen in Psalmen und Lobliedern und geistlichen Liedern, singt und spielt dem Herrn in euren Herzen.“ (Eph. 5, 18 – 19) Geistliche Lieder oder, besser übersetzt, Lieder des Geistes, sind Lieder in den Sprachen und Melodien, die der Geist uns gibt. So schreibt wiederum Paulus an die Korinther: „Wie soll es nun sein? Ich will mit dem Geist beten, ich will aber auch mit dem Verstand beten. Ich will mit dem Geist Loblieder singen, ich will aber auch mit dem Verstand Loblieder singen.“ (1. Kor. 14, 15) Paulus macht hier deutlich, dass es zwei Arten von Loblieder singen gibt: Mit dem Verstand, also in einer Sprache, die man gelernt hat, aber auch mit dem Geist, also in einer Sprache, die der Heilige Geist uns gibt auszusprechen. Dasselbe meint auch Judas, der in seinem Brief schreibt: „Ihr aber, Geliebte, erbaut euch selbst auf euren allerheiligsten Glauben, indem ihr im Heiligen Geist betet.“ (Jud. 1, 20)

 

Wenn wir diese Ermahnungen alle ernst nehmen und regelmäßig Gott auch im Gebet und in Lobliedern in den Sprachen des Geistes suchen, so wird auf lange Dauer gesehen diese auffällige, unaussprechliche und herrliche Freude und Fröhlichkeit im Heiligen Geist nicht ausbleiben. Der Herr ist treu!

 

 1. Petrus 1, 8

Die Bewährungsprobe

March 31st, 2010


Die Bewährungsprobe

Damit die Bewährung eures Glaubens um soviel wertvoller als vergängliches Gold, das im Feuer geprüft wurde, erfunden werde, zu Lob, Ehre und Herrlichkeit bei der Offenbarung Jesu Christi.

(1. Petrus 1, 7)

Wenn jemand neu angestellt wird in einer Firma, dann gibt es meist zuerst mal eine Probezeit. In der Firma ist das für beide Seiten sehr nützlich, denn der neue Angestellte wird zunächst einmal vielen alltäglichen und mit der Zeit auch weniger alltäglichen Situationen konfrontiert, die zeigen, wie gut er sich an seinem neuen Arbeitsplatz einbringen kann. Dies gibt den Vorgesetzten die Möglichkeit, sich den neuen Angestellten mal näher anzuschauen, ob er sich bewährt, und zugleich gibt es dem Angestellten die Möglichkeit, sich darüber klar zu werden, ob er in die Firma hinein passt und in welche Richtung er sich noch weiterentwickeln sollte. Dies ist die Bewährungszeit oder eben Probezeit. Dieses Bild ist natürlich niemals vollkommen, um die Beziehung zu Gott zu beschreiben. Gott kennt uns durch und durch. Er braucht unsere Herzen nicht zu prüfen, denn Er kannte sie bereits bevor wir zur Welt kamen. Aber die andere Seite illustriert dieses Gleichnis aus der Arbeitswelt gut: durch Bewährungsproben können wir uns selbst kennenlernen, und auch die Engel sowie unsere Mitmenschen können uns auf diese Weise besser kennenlernen.

Ein weiterer Punkt wird hier angesprochen: Indem wir lernen, in Bewährung standhaft zu sein, werden wir immer mehr so, wie Gott uns haben möchte. Gold wurde in einen Schmelzofen getan (das kannte man bereits zu Abrams Zeiten) und erhitzt. Das Gold wurde bei nicht allzu hoher Temperatur flüssig (bei nur knapp 1100°C) und bald schon schwammen alle Verunreinigungen oben drauf und konnten entfernt werden. So werden auch wir geläutert im Feuer der Anfechtungen. Wir werden so lange erhitzt (in Anfechtungen gehalten) bis alle Unreinheit ans Licht kommt und oben auf schwimmt. Dann können wir sie nämlich erkennen und mit Hilfe des Heiligen Geistes aus unserem Leben entfernen und werden so immer reiner im Leben und immer mehr voller Liebe zu unseren Mitmenschen, auch besonders zu denen, die uns kritisieren, denn eigentlich helfen sie ja nur, diese Unreinheiten sichtbar zu machen.

Dies stimmt auch wiederum mit vielen anderen Stellen der Bibel überein, denn die Bibel legt immer sich selbst aus. In Römer 8, Verse 28 und 29 lesen wir: „Wir aber wissen, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten zusammenarbeiten, denjenigen, die nach dem Vorsatz berufen sind. Denn die er zuvorerkannt hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Bild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden, damit er der Erstgeborene unter vielen Söhnen sei.“ Vers 28 allein aus dem Zusammenhang gerissen hat schon viel Unheil angerichtet unter den Christen. Erst der Zusammenhang mit Vers 29 macht klar, worum es eigentlich geht, und was das „Gute“ im ersteren Vers ist. Alle Dinge, die Gott zulässt in unserem Leben, dienen zusammen nur einem einzigen Ziel: uns in das Bild des Herrn Jesus zu verwandeln. Wenn wir das wissen, verstehen wir auch den Zusammenhang zu den Bewährungsproben und Anfechtungen, die wir in unserem Leben erleiden müssen. Niemand wird davon verschont, wirklich niemand. Aber wir dürfen – gleich Petrus – trotz all dieser schweren Zeiten und Anfechtungen jetzt schon das Lob anstimmen im Bewusstsein, dass es zu Gottes Ehre ist, wenn wir in diesem Kampf mit den Anfechtungen von Ihm gestärkt und gereinigt werden. Es führt dazu, dass Ihm, dem Herrn Jesus Christus, bei Seiner Wiederkunft und Offenbarwerdung von allen Lob, Ehre und Herrlichkeit zuteil werden wird!

 

1. Petrus 1, 7