Der Helm des Heils

August 28th, 2010


Der Helm des Heils

Und nehmt den Helm des Heils (Epheser 6, 17a)

Nachdem wir den Schild des Glaubens ergriffen haben, können wir nun auch den Helm anziehen. Wir müssen noch einmal kurz zurückblicken auf den Zusammenhang des Textes. Aus Vers 10 wissen wir, dass wir nie und nimmer aus eigener Kraft in diesen Kampf eintreten dürfen. Unsere Kraft ist reine Schwachheit im Vergleich zu der Kraft dessen, der diese Welt beherrscht. Wir müssen in der Kraft Gottes in den Kampf ziehen, denn unsere menschliche Sündhaftigkeit macht uns schwach. Vers 12 gibt uns Aufschluss über unseren Feind. So wissen wir über ihn und seine Strategien Bescheid und wir erkennen, dass wir gegen den unsichtbaren Feind nicht in Angriffen kämpfen sollen. Die Waffenrüstung ist für den Fall gegeben, dass wir angegriffen werden. Und allein dies geschieht ständig. Nur nicht immer in derselben Bösartigkeit, so Vers 13. Es ist Gottes Waffenrüstung. Er hat sie uns bereitgestellt, und wir benötigen Seinen Geist, damit wir die Erkenntnis und die Kraft haben, um sie ergreifen, anziehen und anwenden zu können. Dies müssen wir verstanden haben, um nun auch den Helm des Heils nehmen zu können.

Gottes Geist führt uns immer wieder in die tiefe Erkenntnis unserer Schwachheit und Sündhaftigkeit. Nur wenn dies der Fall ist, bringt uns der Helm etwas. Solange wir dies nicht erkannt haben, werden wir allen Angriffen wehrlos ausgesetzt sein. Wir müssen zuerst einen Blick in unseres Herzens Tiefe werfen. Da sehen wir eine Menge schlechter Gedanken, Lügen über uns selbst und über unsere Mitmenschen, vielleicht auch Gedanken der Begierde, des Neides, der Habsucht. Hinzu kommen unsere falschen Götzen, die Dinge, die uns so sehr am Herzen liegen, dass unser Herr auf den zweiten oder dritten Platz in unserem Leben rückt. Die Arbeit, die Ehre bei den Menschen, die Familie. Ach, es gibt so vieles. Nachdem wir dies gesehen und vor Gott bekannt haben, so kommt unser Herr und reicht uns den Helm des Heils: Zieh dir diesen Helm an. Ich habe dich gerufen, du hast mir geantwortet, du bist mein!

Also gibt es jetzt keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind. […] Denn ich bin überzeugt, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch Mächte, weder Höhe noch Tiefe, noch irgendein anderes Geschöpf uns wird scheiden können von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn. (Römer 8, 1.38.39)

Der Schild des Glaubens

August 25th, 2010


Der Schild des Glaubens

Bei alledem ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr alle feurigen Pfeile des Bösen auslöschen könnt (Epheser 6, 16)

Nun kommen wir zur zweiten Hälfte der Waffenrüstung. Die ersten drei Stücke der Rüstung mussten unter Anstrengung angezogen werden, und wer dies nicht gründlich getan hat wird nur schwer den Rest ergreifen und gebrauchen können. Das Anziehen des Gürtels, des Brustpanzers und der Schuhe ist ein Prozess, der länger dauert und mehr als nur einen Handgriff benötigt. Wenn diese Dinge zu lose sitzen, ist nur halbwegs Schutz gewährt. Wenn sich einer von den bisherigen Gegenständen löst, so stolpern wir automatisch und dies sehr bald!

Die zweite Hälfte der Ausrüstung braucht nur ergriffen, festgehalten und angewandt werden, denn die erste Grundlage wurde bisher bereits gelegt. Römische Fusssoldaten hatten hölzerne Rundschilde, welche in der Mitte eine eiserne Ausbuchtung hatte. Diese Ausbuchtung nahm den grössten Teil des Schildes ein. Somit konnten die brennenden Pfeile der Feinde weder hängenbleiben noch konnte so das Feuer grösseren Schaden anrichten. Das Feuer diente dazu, Verwirrung anzustiften und das feindliche Heer durcheinanderzubringen. Doch die eiserne Ausbuchtung erfüllte noch eine weitere Aufgabe. Sie diente im Nahkampf als eine kräftige Schlagwaffe. Durch das Gewicht und die Härte des Schildes wurde im Nahkampf so mancher Feind getötet oder zumindest betäubt. Beim Anziehen des Helms gab der Schild zudem dem bisher ungedeckten Kopf Schutz.

An dies alles muss Paulus gedacht haben, als er die Gemeindeglieder in Ephesus drängte: „Ergreift den Schild des Glaubens!“ Hierzu müssen wir erst verstehen, was die Bibel unter dem Glauben versteht. Kaum ein anderes Wort wird in der Bibel so kurz, prägnant, genau erklärt wie der Glaube. Diese Definition finden wir im Brief an die Hebräer im 11. Kapitel, erster Vers: Der Glaube aber ist eine Wirklichkeit dessen, was man hofft, ein Ueberführtsein von Dingen, die man nicht sieht. Glauben ist mehr als nur ein Fürwahrhalten, so wie wir sagen „ich glaube heute wird das Wetter besser“. Es ist vielmehr die absolut sichere Gewissheit von Dingen, die wir mit unseren fünf beschränkten Sinnen nicht wahrnehmen können. Im Glauben dürfen wir wissen, dass Gott treu ist, egal was meine Gefühle und egal was mein Verstand sagt. Wir dürfen wissen, dass Gott alle seine Verheissungen, seine Versprechen hält, egal wie es uns gerade geht.

Dies ist unser Schild, der unseren Kopf zu bewahren vermag bis wir den Helm angezogen haben, an dem alle Feuerpfeile abprallen und wirkungslos werden und der uns im Nahkampf auch als Schlagwaffe dient, so wir ihn nach dem Vorbild unseres Herrn gebrauchen. Solange wir unseren Glauben vor uns halten, wird uns kein Feuerpfeil, keine Lästerung eines anderen, kein ungerechter Fluch eines Mitmenschen treffen können. Und wenn der Böse uns durch unsere Gedanken im Nahkampf angreifen möchte, so erheben wir den Schild des Glaubens und zerschmettern die Gedanken durch diesen Glauben!

Die Bereitschaft des Evangeliums

August 18th, 2010


Die Bereitschaft des Evangeliums

Und beschuht an den Füssen mit der Bereitschaft des Evangeliums des Friedens (Epheser 6, 15)

In den Versen bisher ging es bei der Waffenrüstung um Gegenstände, die wir in der Mitte des Leibes tragen sollen. Nun folgen zwei Rüstungsteile, die uns aufmerksam machen, dass wir von Kopf bis Fuss geschützt sein müssen, um im Kampf siegreich bestehen zu können. Zunächst behandelt Paulus die Schuhe. Da wir direkt im Kampf stehen ohne Zeit oder Möglichkeit der Vorbereitung, müssen wir die ganze Waffenrüstung nicht nur schnell, sondern auch strategisch sinnvoll anziehen. Die Schuhe der damaligen Soldaten waren eine Art Sandalen aus gehärtetem Leder. Sie schützen den Soldaten vor Fallstricken, die der Feind ausgespannt hatte aber auch vor dem Stolpern und dem Ausrutschen. Wir müssen uns vergegenwärtigen, dass der Weg, auf dem wir uns befinden, sehr schmal und steinig ist. Wir brauchen Schutz vor dem Stolpern und dem Ausrutschen.

Dieser Schutz, so Paulus, besteht in der Bereitschaft des Evangeliums des Friedens. Das griechische Wort für „Bereitschaft“ bedeutet auch „Vorbereitetsein“ oder „Ausrüstung“. Unser Schuhwerk ist also die Ausrüstung mit dem Evangelium des Friedens. Zunächst bedeutet dies für uns persönlich, dass wir das Evangelium des Friedens gut kennen. Das Evangelium des Friedens ist die gute Botschaft von der Versöhnung mit Gott. Wir müssen diese Botschaft zu einem Teil von uns machen (das waren die beiden bisherigen Rüstungsgegenstände: der Gürtel und der Brustpanzer) und nun sind wir des Weiteren auch gefragt, selbst zu Botschaftern des Evangeliums zu werden. Als Paulus auf dem Weg von Troas nach Jerusalem war, rief er in Milet die Aeltesten der Gemeinde von Ephesus zu sich (Apostelgeschichte 20). Er ermahnte sie (Vers 28): „Habt Acht auf euch und auf die ganze Herde“. Zuerst sollen sie auf sich selbst Acht geben, damit sie sodann für die anderen Menschen da sein können. So sind auch wir beauftragt, die gute Botschaft als gute Botschafter den Menschen weiterzugeben. Solange wir nämlich damit beschäftigt sind, diese Botschaft zu verbreiten, haben wir gar keine Zeit, um auf die Ratschläge Satans zu hören. Dies ist ein genialer Schutz vor diesen ausgespannten Fallstricken. Und solange wirden Menschen in ihrer Sprache und auf ganz einfache Art und Weise das Evangelium verkünden, immer im Bewusstsein, dass wir Gottes Hilfe benötigen, kann uns auch der Stolz und die Selbstsucht keine Fußangeln legen.

Schützt euch also durch stetiges Weitergeben des Evangeliums vor dem Stolpern und den Fallstricken des Bösen!

Brustpanzer der Gerechtigkeit

August 17th, 2010


Brustpanzer der Gerechtigkeit

[So steht nun, …] bekleidet mit dem Brustpanzer der Gerechtigkeit. (Epheser 6, 14b)

Nach dem Gürtel der Wahrheit kommt der Brustpanzer der Gerechtigkeit. Zunächst betrachten wir, wofür der Brustpanzer gebraucht wird. Er ist ein Schutz des Leibes. In dem von ihm geschützten Bereich befinden sich nach der damaligen Vorstellung die Zentren des Lebens, der Gefühle, der Gedanken, des Verstandes und des Gewissens. Mit der von Gott geschaffenen Gerechtigkeit sollen wir diese Gebiete unseres Lebens schützen. Es ist wichtig zu sehen, wie die Mächte der Finsternis versuchen, unsere Gefühle und den Verstand zu kontrollieren und zu manipulieren. Stellen wir uns vor, wir kommen von einem Lobpreisgottesdienst nach Hause. In der Gemeinde waren unsere Gefühle überaus gut. Am nächsten Morgen ist nicht mehr viel davon zu spüren. Nun fragen wir uns plötzlich: Was ist denn geschehen, dass diese Gefühle plötzlich verschwunden sind? Bin ich nun auf einmal nicht mehr so sehr von Gott geliebt? Soll dies ein Zeichen sein davon, dass ich unterdessen gesündigt habe? Kann mir überhaupt vergeben werden, dass die Gefühle weg sind?

Gefühle sind nicht von Grund auf schlecht. Doch sie müssen geschützt werden. Diesen geschützten Rahmen für die Gefühle bietet der Brustpanzer der Gerechtigkeit. Es ist wichtig zu wissen: Wodurch bin ich gerechtfertigt? Sind es etwa die Gefühle? Sind es meine guten Taten? Nein, und wiederum nein! Es ist auch nicht meine menschliche Sicht von Gerechtigkeit, die uns rettet. Paulus drückt dies im Brief an die Galater folgendermassen aus: „Christus hat und losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, indem er ein Fluch für uns geworden ist, denn es steht geschrieben ‘Verflucht ist jeder, der am Kreuz hängt’“. Jesus hat sich aus Liebe zu uns zum Fluch gemacht, indem er sich an das Kreuz nageln liess. Unsere Rettung wurde vollbracht am Kreuz. Wenn wir sie annehmen und als Gerettete unser Leben führen, so haben wir damit auch den Brustpanzer bereitgestellt bekommen. Wir dürfen ihn nehmen und anziehen.

Wir ziehen ihn an, indem wir uns immer wieder von Neuem vergewissern, dass wir vor Gott gerechtfertigt sind. Wir lesen die Bibelstellen, welche uns dies klarmachen und verinnerlichen uns diese Stellen. Als besonders hilfreich empfinde ich zwei Verse aus dem ersten Kapitel des ersten Johannesbriefes: „Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit“ (Vers 9) und: „Wenn wir im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft miteinander und das Blut Jesu, seines Sohnes, reinigt uns von jeder Sünde“.

Zieht also den Brustpanzer der Gerechtigkeit an und widersteht dem Teufel in seinen Angriffen!

Umgürtet mit Wahrheit

August 16th, 2010

Umgürtet mit Wahrheit

So steht nun, eure Lende umgürtet mit Wahrheit (Epheser 6, 14a)

Dies ist der erste und grundlegendste Teil der Waffenrüstung. Paulus sah sich von römischen Soldaten umgeben und er wusste, dass auch die Gemeinde in Ephesus die Kleidung und Rüstung der römischen Legionäre kannte. Deshalb gebrauchte er dieses Bild. Der Gürtel hatte drei wichtige Funktionen. Zuerst diente er dazu, die bodenlangen Kleider zusammenzuhalten. In diesen konnte man zwar langsam gehen, um nicht zu sagen „stolzieren“, doch wer eine schnellere Gangart bevorzugte, drohte bald zu stolpern und fallen. Somit war der Gürtel zweitens ein Zeichen der Aktivität. Wer sich ausruhen wollte, nahm den Gürtel ab, doch sobald sich jemand bereit machte zum Kampf zog er den Gürtel an und zeigte somit die Bereitschaft, etwas zu tun, etwas anzupacken. Drittens diente der Gürtel als Befestigung für das Schwert. Darauf müssen wir später noch einmal zurückkommen.

Zunächst wollen wir uns damit beschäftigen, was „der Gürtel der Wahrheit“ ist. Paulus setzt hier die Wahrheit mit dem Gürtel der Waffenrüstung gleich. Da wir die Waffenrüstung von Gott erhalten, ist hiermit nicht die Wahrheit gemeint, die wir selbst erzeugen können. Vielmehr müssen wir uns mit den Aussagen Jesu beschäftigen, die er über „die Wahrheit“ machte. Zunächst sprach Jesus zu Thomas in Johannes 14, Vers 6: „ICH bin der Weg und die Wahrheit und das Leben“. Jesus ist die Wahrheit. Wir sollen den Charakter von Jesus anziehen wie einen Gürtel. Genau so wichtig erscheint mir aber auch die Aussage im Gebet Jesu für seine Jünger (Joh. 17, 17): „Heilige sie durch die Wahrheit. Dein Wort ist Wahrheit.“. Gottes Wort, die Bibel, ist die Wahrheit, die wir uns umgürten sollen.

Wie können wir dies praktisch im Leben umsetzen? Wir haben den Auftrag, die Waffenrüstung anzuziehen. Sie wird uns nicht automatisch übergestreift, sonst hätte es diesen Befehl nicht gebraucht. Wir müssen Gottes Wort zu unserem Gürtel machen, der uns zusammenhält, der uns vor dem Stolpern und Fallen bewahrt. Dies tun wir am besten, indem wir so viel als immer möglich Zeit mit dem Bibellesen verbringen. Einmal am Tag ist eher die untere Grenze des Tagesbedarfs! Wenn wir einen Gürtel anziehen, so können wir ihn erst noch fühlen, doch bald bemerken wir ihn nicht mehr. So sollen wir Gottes Wort zu einem Bestandteil von uns machen, der zu einem Teil von uns wird. Genau so wie beim Essen: Essen, zerkauen, verdauen, aufnehmen. Nur so können wir uns vor dem Stolpern und dem Hinfallen schützen.

Da der Gürtel als Befestigung des Schwertes diente sehen wir auch hier einen Zusammenhang: Das Schwert des Geistes, Gottes Wort, sind die Verheissungen der Bibel. Wenn wir den Gürtel angezogen haben und gute Kenntnisse des Wortes haben, so haben wir uns zugleich auch das Schwert eingesteckt. Wir müssen dann nur noch lernen, damit umzugehen!

Standhaft bleiben und überwinden

August 15th, 2010


Standhaft bleiben und überwinden

Deshalb ergreift die ganze Waffenrüstung Gottes, damit ihr an dem bösen Tag widerstehen, und, wenn ihr alles ausgerichtet habt, stehen bleiben könnt (Epheser 6, 13)

Hier kommen wir zum wichtigen Prinzip dieses Kampfes gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis. Paulus fordert uns auf, die Waffenrüstung zu ergreifen. Sie dient uns nicht nur im direkten Kampf, sondern auch nach einem solchen Sieg. Wir müssen uns einmal ganz ehrlich die Frage stellen, wann es überhaupt noch zu einzelnen Niederlagen im Kampf kommen kann. Hier gibt es drei Gründe: Erstens: ich habe die Waffenrüstung noch gar nicht angezogen. Viele Menschen lesen über diese Verse des Epheserbriefes hinweg, da sie nicht verstehen worum es eigentlich geht in dem Abschnitt. So ergreifen sie diese Rüstung nicht. Zweitens: Es gibt Menschen, die zwar das Schwert ergreifen, doch sie haben nicht die genaue Reihenfolge beachtet und einzelne Teile übersprungen. Wer sich nicht sorgfältig mit dem Ergreifen und Anziehen der ganzen Waffenrüstung beschäftigt, braucht sich nicht zu beklagen, dass viele Niederlagen kommen. Das Anziehen der Waffenrüstung ist eine oft schmerzvolle und einengende Angelegenheit. Doch dies rechtfertigt niemanden, der einzelne Teile davon überspringt. Drittens gibt es Menschen, welche nach einem überstandenen Kampf die Rüstung ausziehen und sich denken: So, nun werde ich Ruhe haben vor diesen Angriffen! Alle drei Verhaltensweisen sind äusserst töricht und dennoch zugleich äusserst menschlich.

Wir können hier wiederum dem Beispiel unseres Herrn folgen. Nachdem Er in der Wüste erfolgreich die Angriffe Satans überstanden hatte, kamen Engel um Ihm zu dienen. Er hätte sich nun entscheiden können, sich hinzusetzen und sich in Seinem Sieg zu sonnen und auszuruhen. Doch bei Lukas lesen wir (Kapitel 4, Vers 14): „Und Jesus kehrte in der Kraft des Geistes nach Galiläa zurück […]“. Wenn Jesus sich hingesetzt hätte um auszuruhen, so hätte Er die Waffenrüstung ausziehen müssen. Da wir wissen, dass die Waffenrüstung mit der Stärke Gottes, der Kraft des Heiligen Geistes, beginnt, hätte Er nicht zurückkehren können in dieser Kraft. Wir sehen also daraus, dass unser Herr die Rüstung niemals auszog. Er war sich immer der Wahrheit, der Gerechtigkeit, des Heils, des Wortes Gottes, etc. bewusst. Somit ist all unser Versagen darauf zurückzuführen, dass wir nicht in dieser Sicherheit bleiben. Sobald wir uns von Gott entfernen, öffnen wir der Sünde Tür und Tor. Hiermit möchte ich noch einmal mehr betonen, wie wichtig der direkte, persönliche Kontakt zu Gott ist. Dieser findet statt, wenn wir beten, wenn wir die Bibel lesen, wenn wir die Predigt in der Gemeinde hören, beim Abendmahl wenn immer wir verbindliche Gemeinschaft mit Brüdern und Schwestern aus einer Gemeinde haben.

Dies alles rüstet uns für den Kampf aus und sollte deshalb nicht vernachlässigt werden. Wer schwierige Zeiten im Glauben kennt, wird mir vermutlich zustimmen, dass in einer solchen Zeit die sündigen Lüste und Begierden viel mehr Macht über uns ausüben. Deshalb lasst uns immer wieder die Waffenrüstung überprüfen, ob sie noch gut sitzt oder ob wir doch ein Stück davon entfernt haben.

Nicht gegen Fleisch und Blut

August 13th, 2010

Nicht gegen Fleisch und Blut

Denn unser Kampf ist nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Gewalten, gegen die Mächte, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis, gegen die geistigen Mächte der Bosheit in der Himmelswelt (Epheser 6, 12)

Zuerst sagt uns dieser Vers, gegen wen die ganze Waffenrüstung Gottes nicht eingesetzt werden soll. Sie soll nicht gegen Fleisch und Blut eingesetzt werden. Das heisst: Nicht gegen Menschen! Den Menschen sollen wir mit Gnade und Wahrheit in Liebe begegnen. Dies ist die Waffe gegen beziehungsweise für Menschen. Des Weiteren sollen wir die Waffenrüstung nicht gegen unser „Fleisch“, also gegen unsere sündigen Lüste, einsetzen. Vielmehr dient die ganze Waffenrüstung Gottes dazu, uns zu schützen. Wenn wir die ganze Waffenrüstung Gottes anziehen, so schützt sie unseren Leib, der ein „Opfer, das lebendig, heilig und Gott wohlgefällig“ sein soll.

Unser Kampf ist vielmehr „gegen die Gewalten, gegen die Mächte, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis, gegen die geistigen Mächte der Bosheit in der Himmelswelt“. Entgegen verschiedener Ausleger wollen wir hier nicht vier Klassierungen von Dämonen sehen, sondern alle vier Ausdrücke sind Beschreibungen der Macht, welche dem Satan und seinen Dämonen gegeben ist. Gegen sie haben wir zu kämpfen. Sie haben viel Macht erhalten, weil der Mensch im Paradies ihnen seine Macht abgegeben hat. Gott wollte den Menschen an diesem Platz zum Guten haben, doch der Mensch liess sich zum Ungehorsam gegen Gott verführen. Gott gab dem Menschen den Auftrag, über die Erde zu herrschen. Diese Macht hat nun der Teufel über alle sündigen Menschen.

Wer Jesus als Herrn angenommen hat, ist aus dieser Macht herausgenommen. Er liegt auf dem Arm des guten Hirten. Der Teufel kann ihn nicht aus dessen Arm wegreissen. Doch er hat Strategien entwickelt, um die Menschen dazu zu bringen, vom Arm des Hirten wegzuspringen. Diese Strategien wollen wir uns kurz betrachten. Zunächst ist der Teufel „ein brüllender Löwe, der sucht, wen er verschlinge“. Er steht vor uns und brüllt uns an. Er versucht uns Angst zu machen, damit wir den Arm des guten Hirten verlassen. Sobald wir das tun, sind wir verloren und er verschlingt uns. Er hat rund sechs Jahrtausende Erfahrung und Menschenkenntnis gesammelt. Deshalb dürfen wir uns nie auf uns selbst verlassen. Wir brauchen die ganze Waffenrüstung Gottes, um uns zu schützen. Der Teufel ist des Weiteren auch der „Vater aller Lüge“. Er schämt sich niemals zu lügen! Sein einziges Ziel ist es, uns zurück zu bekommen und dazu ist ihm kein Mittel zu schlecht. Zeitweise gibt er uns Zweifel, ob die Bibel denn auch stimmt. Zu anderen Zeiten wirft er uns Bibelzitate um die Ohren, wie er es damals mit Jesus in der Wüste schon tat. Nichts ist ihm heilig, so dass er denn eben auch als “Engel des Lichts” erscheint, und uns mit sanften, lieben und verführerischen Worten überreden will. Für uns ist dies wohl die größte Gefahr, denn dieser Schauspieler vermag es auch, täuschend echt unser Gewissen nachzuahmen. Und genau deshalb ist auch auf unser Gewissen kein Verlass. Einzig das ganze Wort der Wahrheit, die GANZE Bibel in ihrer Vollständigkeit, kann uns in diesem Moment helfen. Und Gottes Geist möchte uns auch unterstützen. Kannst du die beiden unterscheiden?

Die ganze Waffenrüstung Gottes

August 12th, 2010


Die ganze Waffenrüstung Gottes

Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr gegen die Listen des Teufels bestehen könnt. […] Deshalb ergreift die ganze Waffenrüstung Gottes, damit ihr an dem bösen Tag widerstehen, und, wenn ihr alles ausgerichtet habt, stehen bleiben könnt! (Epheser 6, 11 + 13)

Wir wollen uns nun damit beschäftigen, warum wir diese ganze Waffenrüstung Gottes so dringend benötigen. Diese ganze Waffenrüstung Gottes ist etwas, das ganz und gar übernatürlich ist. Wir brauchen den Heiligen Geist, um verstehen zu können, was diese Waffenrüstung ist, warum wir sie brauchen und wie wir sie anwenden können. Wer den Heiligen Geist nicht hat, für den ist und bleibt sie eine Torheit ohnegleichen! Heute wollen wir nur untersuchen, warum wir diese ganze Waffenrüstung Gottes so dringend brauchen. Zuerst muss gesagt werden, dass wir sie brauchen, weil es ein Befehl von Gott ist, sie zu gebrauchen, sie zu ergreifen und anzuziehen. Doch einfach so ohne einen weiteren Grund gibt Gott nicht einen solchen Befehl. Der weitere Grund ist der: Wir stehen bereits mitten in der Schlacht! Die Reihenfolge der Gegenstände in den Versen 14 – 17 gibt uns hierüber detailliert Aufschluss.

Als Paulus von dieser Waffenrüstung schrieb, so war er als Gefangener in Rom. Er sah sich täglich von römischen Soldaten umgeben, die alle eine solche Rüstung trugen. Die Reihenfolge, in welcher er uns die Gegenstände ergreifen und anziehen lässt ist diejenige eines Soldaten, der hinterrücks angegriffen wird. Bemerkenswert ist die Reihenfolge der ersten drei Gegenstände: Gürtel, Brustpanzer, Schuhe. Ein Soldat, der sich zu einem Feldzug rüstet, würde bestimmt nicht die Schuhe erst nach dem Brustpanzer anziehen. Doch wenn das Lager eines Heeres aus einem unvermuteten Hinterhalt angegriffen wird, ist diese Reihenfolge notwendig, damit einerseits immer möglichst viel des Körpers geschützt ist und andererseits genügend Bewegungsfreiheit bleibt, um die übrigen Rüstungsgegenstände zu nehmen und anzuziehen.

Mit der Wiedergeburt in Jesus werden wir also mitten in einen solchen bösen Tag hineingeboren. Wir müssen also vom ersten Tag an diese Waffenrüstung ergreifen, anziehen und nicht wieder ablegen. Nicht jeder Tag bringt den selben heftigen Widerstand, sondern es wechseln sich bösere Tage mit weniger bösen Tagen ab. An solchen einfacheren Tagen sind wir der Versuchung ausgesetzt, die Rüstung auszuziehen, um uns einen Moment lang hinzusetzen und auszuruhen. Doch spätestens dann kommt meist der nächste Angriff, der Kampf geht weiter. Deshalb fordert uns Paulus nun auf, standhaft zu bleiben. Auch in den weniger bösen Zeiten. Diese sind uns zwar aus göttlicher Gnade gegeben um einen Moment neue Kraft schöpfen zu können. Aber lasst uns bereit sein, auch in diesen Zeiten. Der Kampf muss weiter gehen!

Werdet stark in dem Herrn

August 10th, 2010


Werdet stark in dem Herrn

Schliesslich: Werdet stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke! (Epheser 6, 10)

„Werdet stark“ ist ein Befehl an uns. Wir werden aufgefordert, stark zu werden. Wir müssen uns entscheiden, stark werden zu wollen. Leider gibt es heute viele, die denken, dass wir nur alles Gott abgeben müssen und dann zuschauen können, wie Gott für uns kämpft und unsere Probleme löst. Es gibt Momente, da tut er das aus Liebe tatsächlich. Doch es muss betont werden, dass dies Ausnahmefälle sind. Im Normalfall müssen wir die Entscheidung treffen, stark zu werden und zu handeln.

Doch dies ist nicht das letzte Wort! Wenn wir uns entscheiden, stark zu sein, so ist es Gott, der uns mit seiner Kraft stärkt. „Werdet stark im Herrn“ lautet der Befehl. Er hat für uns vorgesorgt mit seiner Stärke und lässt sie überall mit hineinfliessen in alles was wir für ihn tun. Als David gegen Goliath den Kampf aufnahm, stärkte Gott seinen Arm, so dass der Stein mit einer solchen Wucht geflogen kam, dass er sich Goliath in die Stirn bohrte. Doch aufgepasst: Davids Persönlichkeit und sein Können wurde nicht ausgeschaltet, sondern gebraucht! Deshalb können auch wir uns nicht nur auf Gottes Kraft in uns verlassen. Gott möchte unsere Persönlichkeit gebrauchen und uns in seinem Auftrag mit der nötigen Kraft unterstützen.

Nun wird das Ganze noch einmal mit anderen Worten wiederholt. „Werdet stark im Herrn und in der Macht seiner Stärke“. Dies ist in der Bibel eine übliche Ausdrucksweise, um etwas sehr stark zu betonen. Wir sollen stark sein in der Macht seiner Stärke. Damit sagt Paulus den Gemeindegliedern in Ephesus ungefähr Folgendes: Seid nicht nur stark, sondern seid und bleibt sehr stark im Herrn! Man könnte es auch so formulieren: Wer nicht stark im Herrn ist, der ist ungehorsam gegen Gott.

Zweimal bekam Mose den Auftrag von Gott, etwas zu tun, damit in der Wüste Wasser aus dem Felsen fliesse. Das erste Mal, so lesen wir in Exodus 17, musste er mit seinem Stab an den Felsen schlagen. Diese Glaubenstat verlangte Gott von Mose und da Mose dies tat, kam durch Gottes Macht Wasser aus dem Berg Horeb. Im Buch Numeri im 20. Kapitel verlangte Gott, dass Mose zu dem Felsen rede. Mose jedoch, der sich an das erste Mal erinnerte, nahm wieder seinen Stab und schlug damit gegen den Felsen. Zwar floss nach Gottes Willen auch hier wieder das Wasser, doch Mose, der im Ungehorsam handelte, verspielte sich damit die Chance, das versprochene Land betreten zu dürfen. So hat Ungehorsam immer Folgen!

Um stark in dem Herrn zu sein und zu bleiben, ist es notwendig,  dass wir jederzeit im Wort Gottes bleiben. Dass wir Seine Worte lesen und tun. Dass wir mit Ihm reden um im täglichen Leben zu erfahren, was wir tun sollen. Es ist auch wichtig, dass wir lernen, mit Zweifeln richtig umzugehn. Dass wir sie als falsch und teuflisch erkennen und sie verwerfen, und stattdessen unser ganzes Vertrauen in Gott setzen und auf Ihn werfen. Er ist die eine “Karte”, auf die wir ALLES setzen sollen, und das Tag für Tag neu. Gott hat uns zahlreiche Versprechen gegeben, und Er wird sie allesamt halten!

Heilig im ganzen Verhalten

June 2nd, 2010


Heilig im ganzen Verhalten

Sondern so wie derjenige, der euch berufen hat, heilig ist, werdet auch ihr heilig in eurem ganzen Verhalten! (1. Petrus 1, 15)

Nun beginnt der absolute Höhepunkt dieses ersten Kapitels unseres Briefes. Die sechste Konsequenz des Christenlebens ist diese: Genau in derselben Art und Weise, in demselben Grad und Qualität wie Jesus Christus, der uns berufen hat heilig war und ist, sollen wir heilig werden. Es handelt sich hier nicht um eine Feststellung, wie die deutsche Übersetzung etwa andeuten könnte, nein, es ist ein Befehl. Ein Befehl von höchster Stelle: Werdet heilig, wie derjenige, der euch berufen hat! Euer ganzes Verhalten, euer kompletter Lebenswandel soll heilig werden, und zwar so heilig wie derjenige von unserem Herrn Jesus, als Er auf der Erde war und unter uns Menschen lebte. Es ist äußerst wichtig, dass wir zunächst festhalten: Petrus spricht hier vom Verhalten, vom Lebenswandel und nicht irgendwie von etwas undeutlich sichtbares wie das Herz. Es geht in diesem Abschnitt vor allem um das Sichtbare, um das, was andere Menschen an uns sehen und beurteilen können. In den Versen davor hat Petrus auch von weniger gut sichtbaren Dingen gesprochen: von der Hoffnung, vom Gemüt und von der Nüchternheit. Dann kam er zu den sichtbaren Auswirkungen der weniger gut sichtbaren Teilen: Gehorsam auf der einen, Begierde auf der anderen Seite. Nun, zu guter Letzt kommt das absolut Sichtbare, und zwar das, was jeder Mensch an uns erkennen kann. Das Verhalten. Wir haben in den Versen 13 – 15 eine fortwährende Steigerung der Erkennbarkeit: drei innere, eigentlich unsichtbare Haltungen, die sich durch zwei teilweise sichtbare Neigungen feststellen lassen, und je nach unserer Neigung das vollkommen nach außen sichtbare Verhalten bestimmt. Die innere Haltung lässt sich also durch das Verhalten feststellen und beurteilen.

Was ist ein heiliges Verhalten? Ein heiliges Verhalten bedeutet vor allem einmal Hingabe. Hingabe an Gott, die Sein Wort ernst nimmt und nicht hinterfragt, sondern praktisch auslebt. Es ist mit dem Verhalten des gehorsamen Kindes in Vers 14 schon sehr schön beschrieben. Ein gehorsames Kind weiß Gottes weiß, dass es heilig ist. Es lebt so, wie Gott das von ihm möchte, und der Heilige Geist in ihm bezeugt diese Heiligkeit auf vielfache Art und Weise. Er bezeugt es durch das innere Zeugnis und lässt das Kind deshalb Gott seinen Vater nennen. Abba ist das Wort, mit dem die aramäisch sprechenden Kinder ihren Vater ehrfürchtig hochblickend genannt haben. Deshalb tun wir sehr gut daran, Gott nicht mit demselben Wort anzusprechen wie unseren leiblichen Vater, denn unsere Gesellschaft kennt diese Ehrfurcht vor den Eltern längst nicht mehr. Der Heilige Geist bewirkt in uns als gehorsame Kinder Gottes diese notwendige Ehrfurcht und Demut, mit der wir Gott nahen müssen, damit Gott Sich nicht von uns zurückzieht. Dann bewirkt der Heilige Geist auch in uns, dass wir Gottes Willen erkennen und verstehen können. Er zeigt uns unsere Sünden und macht uns bereit zur Buße. Wenn wir einen Tag vor uns hinleben können, ohne dass Gott uns auf unsere Sünden aufmerksam macht, tun wir gut daran, zu überlegen, ob wir uns Gott wirklich in Demut nähern oder Ihn durch unsere Hochmut und Überheblichkeit zum Schweigen bringen. Er zeigt uns aber auch auf, wo wir unseren Mitmenschen helfen können und sollen. Doch Er zeigt uns auch, dass wir ein gehorsames Kind Gottes sind, wenn wir die Menschen dazu bringen, sich zu entscheiden. Und zwar manche mit uns für Gottes Reich, und manche gegen uns und gegen Gottes Reich. Wir sollen zwar keinesfalls diese Konfrontation suchen, sie kommt von allein, wenn wir gehorsame Kinder Gottes sind. Und das soll uns nicht erschrecken, sondern vielmehr ermutigen, indem es uns darauf hinweist, dass Gottes Geist durch uns wirkt. Der Widerstand ist von geistlicher Art und muss deshalb auch so verstanden werden. Er richtet sich gegen Gott, der uns als Seine Diener berufen hat. Wann hast du zum letzten Mal erlebt, dass dein Verhalten eine solche Unterscheidung gemacht haben?

 

 

1. Petrus 1, 15